Eine 200-jährige Schweizer Kirchgemeinde steigt auf LED-Kerzen um: Bericht einer gelungenen Modernisierung
1 mars 2026
6 min
Wenn Tradition und Moderne in einer Schweizer Kirche aufeinandertreffen
Im Kanton Freiburg steht eine Anfang des 19. Jahrhunderts erbaute Pfarrkirche vor einem Dilemma, das Hunderte von Kirchgemeinden in der Schweiz kennen: Wie kann man die spirituelle Atmosphäre einer zweihundertjährigen Kultstätte bewahren und gleichzeitig den modernen Anforderungen an Sicherheit, Ökologie und Praktikabilität gerecht werden?
Diese Kirchgemeinde, stark durch ihre 200-jährige Geschichte, hat 2024 den Schritt gewagt. Hier ist der detaillierte Bericht dieser Transformation — von der ersten Überlegung des Kirchenrats bis zu den Rückmeldungen der Gläubigen, sechs Monate nach der Installation des LED-Kerzenständers mit 40 Kerzen LumignonLED.
Die Bestandsaufnahme: Traditionelle Kerzen waren problematisch geworden
Seit Jahrzehnten umrahmten zwei Kerzenständer mit Wachskerzen die Marienstatue im Seitenschiff. Ein unveränderliches Ritual: Die Gemeindemitglieder legten eine Münze in den Opferstock, nahmen eine Kerze, zündeten sie an und beteten. Aber im Laufe der Jahre häuften sich die Probleme:
- Russsspuren an Wänden und Gewölben — die 2018 teilweise vom Kanton finanzierte Innenrestaurierung war bereits durch die Schwärzung der Steine in der Nähe der Kerzen beeinträchtigt.
- Wachsrinnsale auf dem Natursteinboden — eine wöchentliche Reinigung, die zwei Freiwillige erforderte.
- Permanentes Brandrisiko — die kirchliche Versicherung hatte das Problem zweimal angesprochen und zusätzliche Präventionsmassnahmen verlangt.
- Rückgang der Opferstockeinnahmen — immer weniger Besucher hatten Münzen bei sich, ein durch das kontaktlose Bezahlen beschleunigter Trend.
Der Sakristan, seit 15 Jahren im Amt, fasste die Situation zusammen: «Ich verbrachte mehr Zeit damit, Wachs und Russ zu reinigen, als die Gottesdienste vorzubereiten.»
Die Entscheidung: Ein partizipativer Prozess
Der Kirchenrat setzte das Thema im Januar 2024 auf die Tagesordnung. Die Hauptsorge? Die Authentizität der Geste zu verlieren. Eine Kerze anzuzünden ist ein Glaubensakt. Einen Knopf zu drücken — ist das dasselbe?
Um die Zweifel auszuräumen, reiste eine Delegation von drei Mitgliedern nach Grolley, wo bereits ein LumignonLED-Kerzenständer installiert war. Das Feedback war einhellig: «Wir hatten diesen Realismus nicht erwartet. Der Flammeneffekt ist verblüffend, und die Geste bleibt natürlich.»
Nach Konsultation der Gemeindeversammlung — bei der die Abstimmung 87 % Zustimmung erhielt — wurde die Bestellung im März 2024 aufgegeben. Die Installation fand im April statt, an einem Samstagmorgen, ohne die Sonntagsgottesdienste zu stören.
Die Wahl des Drucktasten-Systems
Die Kirchgemeinde entschied sich bewusst für das vertrauensbasierte Drucktasten-System ohne Münzeinwurf. Diese Wahl spiegelt eine seelsorgerische Vision wider: Die Geste der Kerze soll für alle zugänglich bleiben, unabhängig von der finanziellen Möglichkeit. Ein Opferstock für freiwillige Spenden begleitet den Kerzenständer. Um zu verstehen, warum dieses System den alten Münzautomaten vorzuziehen ist, lesen Sie unseren Artikel über den Vergleich Münzeinwurf vs. Druckknopf.
Die Installation: Einfach und denkmalgerecht
Der LumignonLED-Kerzenständer mit 40 LED-Kerzen wurde genau an der Stelle des alten Ständers positioniert. Mit seinen 30 kg und seiner vollständig metallenen Struktur fügt er sich visuell in die historische Umgebung ein. Der Anschluss an das vorhandene 230-V-Netz erforderte weniger als zwei Stunden Arbeit.
Technische Schlüsselpunkte der Installation:
- Keine bauliche Veränderung des denkmalgeschützten Gebäudes
- Verkabelung in vorhandenen Leisten versteckt
- Positionierung von der kantonalen Kulturgüterkommission genehmigt
- Sofortige Inbetriebnahme nach dem Anschluss
Sechs Monate danach: Die Bilanz
Aus Sicht der Gläubigen
Die Akzeptanz war viel schneller als erwartet. Der Pfarrer stellt fest, dass die Zahl der angezündeten Kerzen seit der Installation merklich gestiegen ist — wahrscheinlich weil die Geste nun kostenlos und ohne Zwang ist. Jeder Tastendruck aktiviert eine LED-Flamme für 5 Stunden, mit einer 30-Sekunden-Verzögerung, die die Anzündzeit einer echten Kerze nachbildet. Mehr über den Realismus der LED-Flamme im Vergleich zur echten Flamme erfahren Sie in unserem dedizierten Artikel.
Aus Sicht des Unterhalts
Der Sakristan ist kategorisch: «Es ist wie Tag und Nacht.» Kein Wachs mehr zu kratzen, kein Russ zu reinigen, keine Kerzen mehr zu bestellen und zu lagern. Die Lebensdauer von 50 000 Stunden der LEDs bedeutet, dass kein Lampenwechsel über Jahre hinweg absehbar ist.
Aus finanzieller Sicht
Die Anfangsinvestition hat sich schneller amortisiert als erwartet. Die Einsparung beim Kauf von Wachskerzen (etwa 800 CHF/Jahr), die jährliche professionelle Wandreinigung (1 200 CHF) und die reduzierte Versicherungsprämie gleichen die Kosten des Kerzenständers mehr als aus. Die freiwilligen Spenden im Opferstock bleiben auf einem vergleichbaren Niveau wie die Einnahmen des alten Münzsystems.
Die Erkenntnisse für andere Kirchgemeinden
Dieser Fall veranschaulicht mehrere übertragbare Prinzipien für jede Kirchgemeinde, die eine Umstellung in Betracht zieht:
- Die Gläubigen von Anfang an einbeziehen — die vorherige Konsultation vermied Widerstände.
- Einen Besuch einer bestehenden Installation organisieren — den Kerzenständer in der Praxis zu sehen, zerstreut Vorurteile.
- Den Zeitgewinn für Freiwillige nicht unterschätzen — das ist oft das Argument, das die Zustimmung des Sakristans und der Unterhaltsteams gewinnt.
- Den Druckknopf statt den Münzeinwurf wählen — Vertrauen ist eine seelsorgerische Botschaft an sich.
- Über die 2-Jahres-Garantie kommunizieren — sie beruhigt die Entscheidungsträger hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Produkts.
Ein lebendiges Kulturerbe, nicht erstarrt
Zweihundert Jahre Geschichte bedeuten nicht zweihundert Jahre Stillstand. Diese Freiburger Kirchgemeinde demonstriert, dass man eine Kultstätte modernisieren kann, ohne ihre Seele zu verraten. Das Licht einer Kerze bleibt ein universelles Symbol für Gebet und Hoffnung — ob dieses Licht von einer Wachsflamme oder einer LED stammt, ändert nichts an der Absicht dessen, der es entzündet.
Wie der Präsident des Kirchenrats zusammenfasst: «Unsere Vorfahren haben diese Kirche mit den besten Materialien ihrer Zeit gebaut. Wir pflegen sie mit den besten Werkzeugen unserer Zeit.»
